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Der Terrorismus und die Macht der Medien

Die Rolle des Senders Al-Jazeera im Irak

29.04.2006
Faleh Saleh

 

 

 

Die Macht der Medien ist enorm gewachsen. Wenn mit dieser Macht nicht gewissenhaft umgegangen wird, kann sie sich zu einer gefährlichen Waffe entwickeln. Für die Fanatiker, die sich ihrer bedienen, ist sie ein mächtiges Werkzeug.


Als die Menschen in den arabischen Ländern auf den Fernsehsender Al-Jazeera aufmerksam wurden, waren sie froh. Endlich gab es einen arabischen Nachrichtenkanal, der ohne die Kontrolle einer Regierung berichtete. Was in den westlichen Ländern selbstverständlich ist, war in der arabischen Welt eine Revolution.


Al-Jazeera ist heute der größte arabische Fernsehsender mit internationaler Bedeutung.

 

Für die westliche Welt trat Al-Jazeera erst nach den Anschlägen vom 11. September in Erscheinung. Der Bekanntheitsgrad des Senders stieg durch die Veröffentlichungen der Botschaften Osama Bin Ladens rapide an. Insbesondere während und nach dem Krieg der amerikanischen Allianz gegen das Regime Saddam Husseins machte der Sender abermals von sich reden. Die Mitarbeiter von Al-Jazeera waren zum Teil die einzigen Reporter, die direkt aus dem Irak berichten konnten.

 

Viele der Berichterstatter des Senders sind gegen die Politik der USA im Nahen Osten. Mit dieser Ansicht stehen sie in der arabischen Welt nicht alleine da. Eine solche Einstellung mag vertretbar sein, solange sie die Arbeit als unparteiischer Reporter nicht beeinflusst.


Ihr eifriger Antiamerikanismus lässt manchen Mitarbeiter Al-Jazeers jedoch in die Unsachlichkeit abrutschen. Sie beziehen offen Partei gegen die USA und unterstützen nach Leibeskräften alle Aktionen gegen die amerikanische Politik.
Infolge dessen berichten sie im Sinne des Terrorismus, egal wie viel Leid er den Menschen im Irak zufügt.

 

Seit der amerikanischen Besatzung haben die Iraker im arabischen Raum kein gutes Ansehen mehr. Der Grund dafür liegt in der Person Saddam Husseins. Für viele Araber ist Saddam ein Held, der sich im Golfkrieg von 1990/91 gegen die Supermacht USA stellte und so für die arabische Sache eintrat.


Saddam wurde zu einem Idol und der Blick für die Wirklichkeit ging bei ihnen verloren.


In der Realität war er ein grausamer Diktator, der all jene hinrichten ließ, die seiner Politik der Unterdrückung im Weg waren. Seine Geheimpolizei machte keinen Unterschied bei Alter oder Geschlecht, wenn sie Menschen in die Folterkammern entführte. Die Iraker haben viel unter Saddam Hussein und dessen sinnlosen Kriegen gelitten und wollten ihn los werden.


Vielen Arabern war das ein Dorn im Auge. Jetzt sehen sie in den Irakern Verräter, die das Bild ihres Helden Saddam beschmutzen wollen, indem sie die offensichtliche Wahrheit aussprechen.


In der Berichterstattung von Al-Jazeera wird die arabische Abneigung offensichtlich. So beschimpfte ein Mitarbeiter Al-Jazeera die Angehörigen der neuen irakischen Streitkräfte als Schwuchteln(1) .


Ein hoher Beamter des Verteidigungsministeriums, der in einem Anschlag ermordet wurde, wurde von einem anderen Mitarbeiter als Stück Scheiße bezeichnet(2).

 

Die Terroristen hingegen werden Aufständische genannt. Per Definition sind Aufständische Teil eines Aufstandes. Den hat es im Irak nie gegeben!


Die überwältigende Mehrzahl der Iraker hat trotz massiver Bedrohung an den Wahlen teilgenommen, um den Wiederaufbau des Landes voranzutreiben. Die brutalen Morde an der irakischen Bevölkerung, die als Polizisten und Soldaten ihr Land schützen wollen, sind kein Aufstand sondern ein Kapitalverbrechen.


Aufgrund der Berichterstattung von Mitarbeitern Al-Jazeeras gewinnen die Terroristen die Bewunderung vieler Araber. So hilft der Sender bei der Rekrutierung von immer mehr Menschen, die bereit sind, ihr Leben und das Anderer für die Ziele der Terroristen zu opfern.

 

Beispielhaft für die Position von Al-Jazzera ist auch das Schicksal der irakischen Reporterin Atwar Bahjat welche nach der Hasspropaganda gegen die Iraker ihren Job bei Al-Jazzera kündigte und zum anderen arabischen TV Sender Al-Arabia wechselte. Wochen danach wurde sie am 23.02.06 von einer Terrorgruppe entführt, vergewaltigt, gefoltert und hingerichtet. Bei einem weiteren Angriff wurden 6 Teilnehmer ihrer Beerdigung ermordet.


Al-Jazeera muss aufhören, sich von den Terroristen als Propagandamaschine missbrauchen zu lassen. Die arabische Welt braucht einen unabhängigen Nachrichtenkanal.

 

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1)Der Reporter Amer Al-Kubaisy am 12.11.2004. auf www.aljazeera.net

2)http://www.aljazeera.net/NR/exeres/66C7A3E6-B85B-48C8-B574-F72A7D50857D.htm