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Saddam und Al Qaeda

Das Verhältnis zwischen Al Qaeda und dem Saddamregime

Faleh Saleh

2007

 

 

Saddam und der Islam

Die Baath-Partei kam durch einen Militärputsch am 17.07.1968 an die Macht. Saddam wurde zunächst Vizepräsident, war aber bereits der heimliche Machthaber. Kurz nach dem Putsch begann die Baath Partei alle anderen politischen Strömungen zu zerschlagen. Darunter auch islamische Bewegungen (Sunnitische wie Schiitische ). Ihre Anhänger verschwanden in den Kerkern oder wurden ermordet. Die religiösen Feste der Schiiten wurden nach und nach verboten. Die Mitgliedschaft in der schiitischen "Al Dawa"-Partei wurde per Gesetzt mit dem Tod bestraft.


In den arabischen Ländern war der Islam erst nach der iranischen Revolution Ende der siebziger Jahre als eine bedeutende politische Alternative in Erscheinung getreten.


Saddam bekannte sich erst in den letzten Jahren seines Krieges gegen Iran (1980 - 88) öffentlich zum Islam. Damit wollte er der islamischen Welt und vor allem den Golfstaaten signalisieren, dass auch er ein gläubiger Muslim wie die Iraner war.

 

Er schrieb sich den Islam, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die Fahne und fügte während des Krieges gegen Kuwait dem Rot-Weiß-Schwarz der irakischen Flagge die Worte الله أكبر (Gott ist der Größte) hinzu. Doch Gotteshilfe blieb aus und Saddam verlor beide Golfkriege. Zur Zeit des Embargos achtete der angeschlagene Diktator genau darauf, dass seine "Islamisierung" ihm nicht aus den Bahnen lief.

 

Religiöse Bewegungen wurden, wie schon zuvor massiv bekämpft.

Den Islam benutze er nur so weit, wie er ihm für seine Kriege dienstlich war.


Zur Zeit der Herrschaft Saddam Husseins gab es im Irak keine religiöse Radikalisierung, wie in manchen anderen islamischen und arabischen Ländern.

Der Einfluss der Geistlichen war schwach.

Frauen mussten z.B. den Hijab (Verschleierung) nicht tragen. Dies war weder gesetzlich vorgeschrieben noch gesellschaftlich notwendig.


Al Qaeda

Al Qaeda ist weder eine Partei noch eine Organisation. Sie ist eine Idee. Ihre Anhänger glauben, dass "der Westen" (Europa und die USA) sowie seine Helfershelfer in den islamischen Ländern an allem übel der islamischen Welt Schuld sind. Daher müssen sie mit allen Mitteln bekämpft werden.

 

Al Qaeda kann sich heutzutage in den arabischen Ländern nicht gut organisieren, obwohl sie viele Sympathisanten hat. Der Grund dafür ist einfach: Die Herrscher dieser Länder, seien es nun Präsidenten, Diktatoren oder Könige, sehen in Al-Qaeda eine Gefahr für ihre eigene Machtstellung. Der Druck, den die USA auf diese Regierungen ausüben und die daraus folgende Verfolgung, haben Al Qaeda geschwächt und ihre Ausweitung gestoppt oder zumindest verlangsamt.

 

Al Qaeda besteht aus Gruppen, die weder zentral agieren, noch organisiert sind. Sie sind verteilt in vielen Ländern und haben unterschiedlichen Strukturen, Größen, Stärken und Einfluss.


Bin Laden und sein Stellvertreter Al-Zawahiry sind in letzter Zeit zu einer Art Propagandaorgan der Bewegung geworden. Ihr Einfluss auf die Bewegung als eine Einheit ist gering. Al-Qaeda ist zu dezentral organisiert als das Bin Laden tatsächlich eine Befehlsgewalt hätte. In der Dezentralität liegt die Stärke, wie auch die Schwäche der Bewegung. Koordinierte Aktionen sind für eine so verzweigte Organisation nur schwer durchzuführen. Andererseits ist die Zerschlagung eines so weit gefächerten Gebilde fast unmöglich.


Die größten Al-Qaeda Gruppen befinden sich in Saudi Arabien und Jemen. Eine schweigende und nicht geringe Anhängerschaft findet man in allen anderen arabischen Ländern. Syrien ist eine übergangstation und Ruhestätte. Al Qaeda wird dort geduldet, solange man sie im Irak Krieg braucht. Die Terroristen im Irak bilden eine Art "Schutzschild" für das angeschlagene Regime. Solange die Bomben im Irak die amerikanischen Truppen binden, kann Assad sich in Sicherheit wiegen, dass die USA ihre Drohungen gegen sein Land nicht in die Tat umsetzen werden. Dadurch ergibt sich in Syrien eine Situation in der Al-Qaeda willkommen ist, solange sie im Interesse der Machthaber agiert.

 

 

Al Qaeda im Irak

Nach den Anschlägen vom 11.September wuchs die Pulpolarität von Al-Qaeda und Bin Laden in den arabischen Ländern sprunghaft an. Saddam sah in der Bewegung nun eine direkte Konkurrenz zu seinem absoluten Machtanspruch.
Saddam konnte keinen anderen arabischen Führer neben sich dulden. Am Anfang der Aktionen der Al Qaeda hatte Saddam ihn durchaus als Konkurrenten betrachtet.

 

Ob sie im Irak von Saddam Hussein geduldet oder unterstützt wurde, ist nicht leicht festzustellen.


Tatsache ist: Al Qaeda war in Irak aktiv als Saddam regierte. Sie konnte ohne jegliche Einschränkung agieren. Ihre Aktionäre haben viele Moscheen gebaut, die sie als Treffpunkte für Ihre Aktivitäten benutzten. Saddam tolerierte die Bewegung und sah in ihr keine Gefahr für seine eigene Herrschaft.


So bauten sie, so wie in anderen islamischen Staaten, nach und nach ein Netzwerk von Madressen (islamischen Theologie Schulen) im ganzen Land auf. Hier begann man die durch das Embargo der Vereinten Nationen fast völlig verarmte Bevölkerung als Jihadis (religiöse Kämpfer) zu gewinnen.

 

Al Qaeda war finanziell in der Lage, die Informationen und die Dienste, die sie braucht zu kaufen.

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B E M E R K U N G E N

Die Baath Partei

Sie ist eine nationalistische Pan Arabische Partei. Sie hatte den Irak von 1968 bis zum Einmarsch der Amerikaner 2003 regiert. Ihr Ziel laut Verfassung ist die Vereinigung aller arabischen Ländern. Ihr Motto ist die Vereinigung, die Freiheit und den Sozialismus für die arabischen Ländern. Sie hatte viele Anhänger in dem Militär, insbesondere in Irak und in Syrien. Dies hatte ihr ermöglicht, die Macht in Syrien durch einen militärischen Putsch zu ergreifen. In Irak hatte sie 1963 gegen die Regierung Obrst Kasim geputscht und ca. 9 Monaten den Irak regieren. Sie wurde durch das Militär abgelöst. Sie konnte wie o.g. 1968 noch einmal putschen und an die Macht kommen und bis zum Einmarsch der amerikanischen Armee 2003 an der Macht bleiben.

 

Die Wahabiiten

Eine der radikalisten islamischen Bewegungen. Sie wurde im Jahre 1744 vom Islamgelernten Mohamed Abdul Wahab in der arabischen Halbinsel (dem heutigen Saudi Arabia) gegründet. Sie lieferte dem Gründer des heutigen Saudi Arabien Mohamed Bin Saud die religiöse Legimitation für seine politische Bewegung. Die Zusammenarbeit der beiden Herrn war die Grundlage für die Entstehung des Saudi Arabien.
Die Wahabiten sehen sich als die echten Hüter des Islams, die dem König die Legitimation liefern, als Hüter der heiligen Stätte Mekka und Medina.

Ihr finanzieller Budget beträgt nach unbestätigten Schätzungen ca. 20% der Einnahmen des Staates Saudi Arabien.

 

Jihadis

Die Jihadis sind die islamischen Gotteskämpfer. Das Wort wird aus dem Wort Jihad abgeleitet.

Jihad hat in der deutschen Sprache kein Synonym. Auf English kann man es mit „struggle“ übersetzen.

 

Madresse

Bedeutet in der arabischen Sprache Schule. Ursprünglich waren die Einrichtungen als eine Art Universitäten gedacht. In den Madressen lernen die Schüler verschieden Fächer, wie Naturwissenschaften, Medizin und islamische Theologie. Nach dem Zerfall der arabischen und islamischen Hochkulturen schränkten sich die Madressen auf die Theologie. Die islamischen Lehren redakaliseirten sich durch den Einfluss der finanziell starken Bewegungen, wie die Wahabiiten. Viele von ihnen sind heutzutage Brutstätte für islamischen Jehadis.